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Acer H6520BD Testbericht

Michael B. Rehders, 24. April 2015
Endnote 2,2 Gut
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Der Acer H6520BD ist aufgrund seiner hohen Lichtleistung, der Full-HD-Auflösung und seiner flackerfreien 3D-Wiedergabe ein richtiger Home-Entertainer. Er verspricht großen Spaß mit aufregenden Computerspielen, Blockbustern auf Blu-ray und DVD. In diesem Test beleuchten wir seine Stärken und Schwächen. Werden die Hürden der suboptimalen Werkseinstellung erst einmal genommen, belohnt der Acer H6520BD den Nutzer mit hellen und außerordentlich plastisch wirkenden Bildern, die auch gegen kontrolliertes Restlicht problemlos ankommen.

(64 Rezensionen)

POSITIV

  • + sehr hohe Lichtleistung
  • + einfache Bedienung
  • + 3D-Projektion mit 144 Hz
  • + MHL-fähig

Negativ

  • - volle Pixeldarstellung erst nach Kalibrierung nutzbar
  • - suboptimale Werkseinstellung
  • - limitiertes Farbmanagement
  • - unbeleuchtete Fernbedienung

Ausstattung und Funktionen

Der Acer H6520BD wird in einer eleganten Tragetasche geliefert, die ihn sicher auf dem Transport schützt. Seine Bildauflösung beträgt 1920 x 1080 Pixel. Bis zur Full-HD-Auflösung nimmt er alle Bildsignale über zwei HDMI-Schnittstellen entgegen.

Alle Anschlussbuchsen befinden sich an der Seite des H6520BD: 2 HDMI-Buchsen (von denen eine MHL-fähig ist), 1 VGA, 1 Video, 1 Audio In, 1 USB.

Computersignale können über den VGA-Anschluss zugespielt werden. Für ältere DVD-Player und Videorecorder steht ein Video-Eingang zur Verfügung. 
Seine Maximalhelligkeit habe ich mit 3420 Lumen gemessen, was lobenswert nah an die Herstellerangabe von 3500 Lumen herankommt. Allerdings finde ich das Bild zu grünstichig, so dass ich diesen Bildmodus für Games und Filme als ungeeignet erachte. Besser sehen die Farben in der Werkseinstellung „Film“ aus. Allerdings halbiert sich hier fast die Lichtausbeute. Für übliche Leinwandbreiten bis 3 Meter im Heimkino ist das aber allemal noch hell genug.

Um ein 2 Meter breites Bild zu erhalten, benötigt der H6520BD einen Projektionsabstand von 2,96 – 3,24 Meter. In meinem Heimkino kann ich den Projektor hinter/über mir aufstellen, so dass er beim Filmgenuss nicht zu sehen ist. 
3D-Filme von Blu-ray werden mit flackerfreien 144 Hz (Triple Flash) wiedergegeben. Praktisch finde ich zudem, dass alle legal erhältlichen 3D-Filme auf Sky und YouTube problemlos laufen.

Inbetriebnahme und Bedienung

Der Acer H6520BD besitzt auf der Oberseite kein Tastaturfeld für die wichtigsten Einstellungen, sondern nur einen Ein/Ausschalter. Die Bedienung erfolgt also vollumfänglich über die Fernbedienung. Leider verweigerte mein Testgerät zunächst jegliche Befehle von vorne oder hinten. Eine Bedienung war nur möglich, wenn ich den Befehlsgeber exakt auf die Gehäuseoberseite richtete. Die Ursache war aber schnell gefunden. Auf dem Infrarot-Empfänger vorne am Projektor befindet sich eine Klebefolie, die sämtliche Befehle wirkungsvoll unterbindet. Daher sollte diese Klebefolie zwingend entfernt werden. Anschließend gelang mir die Steuerung des Acer H6520BD, wie ich es von einem Projektor in dieser Preisklasse erwarte. 
Das Lüftergeräusch verursacht die üblichen Strömungsgeräusche, um die Lampe optimal zu kühlen. Es befindet sich auf Preisklassen üblichem Niveau. Sobald ein Ton aus der Musikanlage kommt, finde ich das Betriebsgeräusch nicht mehr als störend.

Der Acer 6520BD besitzt nur einen Schalter auf der Oberseite, mit dem er ein/ausgeschaltete werden kann. Der Zoom-Regler ist im Gehäuse davor eingelassen, wodurch ein unabsichtliches Verstellen wirksam verhindert wird. Der Fokus wird direkt vorne am Objektiv eingestellt.

Der relativ kleine Zoomfaktor erleichtert mir die Ausrichtung des Bildes auf die Leinwand. Von einer Maximalnutzung des Reglers rate ich allerdings ab, weil in max. Weitwinkel/Tele das Bild nicht mehr über die gesamte Bildfläche scharf zu stellen ist. Gerade Texte erscheinen zum Rand hin zunehmen unschärfer. Als ideale Position empfehle ich etwa die Mittelstellung. Zwar ist dann die Bildschärfe immer noch etwas „weicher“ am Rand – aber auf übliche Sitzabstände stört das wohl nur noch Perfektionisten wie mich. 
Ich finde, die Regler selbst versprühen keine hochwertige Haptik. Sobald diese bedient werden, „scheuert“ anscheinend Kunststoff auf Kunststoff. Allerdings gelingen alle Einstellungen außerordentlich feinfühlig. Selbst kleinste Korrekturen führt der Acer mit hoher Präzision durch.

Die kleine Fernbedienung ist nicht beleuchtet und erschwert dadurch die Navigation im dunklen Heimkino. Sie liegt aber gut in der Hand, und die wichtigen Tasten sind logisch angeordnet. Bereits nach kurzer Zeit gelang es mir, mich zügig durch die Menüs zu navigieren.

Ab Werk ist der Bildmodus „Film“ aktiviert. Meine Messung bestätigt, dass die Farbtemperatur von 6500 Kelvin (D65) annähernd getroffen wird. Schwarz/Weißfilme erscheinen dadurch vollkommen farbneutral. Einzelne Grauabstufungen sind nicht verfärbt. Noch besser eignen sich jedoch zwei andere Bildmodi. Für große Bildbreiten im Heimkino ab 3 Meter ist „Benutzer“ ideal, weil hier satte 2052 Lumen (D65) möglich sind. Für Präsentationen und bei kontrolliertem Restlicht am Tage habe ich „Standard“ verwendet, weil dieser Bildmodus mit knapp 2500 Lumen (D65) ausgesprochen farbenprächtige Bilder erzeugt. Die Farbtemperatur liegt in allen Bildmodi auf vorbildlichem Niveau.

Darüber hinaus unterstützt der Acer H6520BD „Mobile High-Definition Link“ (MHL). Der optional erhältliche MHL-Dongle wird in den MHL-fähigen HDMI-Eingang gestöpselt. Danach lassen sich unkompliziert von allen Smartphones, Tablets und Notebooks, wenn sie dieses Feature unterstützen, Filme, Fotos und Texte kabellos zum Projektor übertragen. Dieses Streaming funktioniert schnell und unkompliziert. Im Handumdrehen gelingt es mir, die Smartphone-Oberfläche und ausgewählte Inhalte auf der Leinwand abzubilden.
Weniger gut gefällt mir, dass die volle Full-HD-Auflösung auf der Leinwand in der Werkseinstellung nicht ankommt. Dieses Handicap kann aber problemlos beseitigt werden.

Nachfolgend gebe ich ein paar Einstellungs-Tipps, damit der Acer H6520BD seine optimale Performance bei euch ausschöpfen kann:

Zunächst sollte der Bildmodus auf „Benutzer“ gewechselt werden. Durch die geringe Erhöhung des Kontrastreglers auf „51“ erhöhen sich Helligkeit und Kontrast ein wenig. „Gamma“ solltest Du zwingend von „2.2“ auf „2.0“ reduzieren. Nur auf diese Weise werden alle Details nahe Schwarz auch dargestellt.

Ab Werk ist die „Autom. Schrägposition“ eingeschaltet. Diese verursacht nicht nur in Testbildern unschöne Störungen, die sich als eine Art „Balken“ auf feine Details legen, sondern auch in Filmen und Games.

Wird die „Autom. Schrägposition“ ausgeschaltet, verschwinden diese Störungen schlagartig.


Nach den Korrekturen kommt die volle Full-HD-Auflösung auf der Leinwand an. Jeder einzelne Pixel davon. Allerdings ist auf dem Testbild auch der geringe Kontrastumfang offensichtlich, den der H6520BD in Form von leicht grünlich verfärbten schwarzen Inhalten aufzeigt.



Bildqualität

Erst nach diversen Einstellungen in den Tiefen der Menüs erzeugt der Acer H6520BD ein fehlerfreies Bild. Die Mühe einer Kalibrierung lohnt sich aber, weil ich nach den oben aufgeführten Änderungen mit einen farbenprächtigen und detailreichen Bild belohnt werde. Die hohe Maximalhelligkeit von 2052 Lumen (D65) im Bildmodus „Benutzer“ erlaubt es, dass Bildbreiten bis zu 5,00 Meter strahlend hell ausgeleuchtet werden. Auf meiner 3 Meter breiten Leinwand leuchtet das türkisfarbene Meer in „Casino Royale“ (Kapitel 4) so prachtvoll, dass sich ein paar Urlaubsgefühle in mir breit machten. Die grünen Palmen am Flughafen sehen natürlich aus. Obwohl sie minimal zu viele Gelbanteile besitzen, beeinträchtigt das meinen insgesamt positiven Farbeindruck in keiner Weise.

Als Vesper sich zu James Bond in den Zug setzt, sieht ihr sonnengebräuntes Gesicht klar und rein aus. Die Nadelstreifen auf dem Anzug des Doppel-Null-Agenten sind allesamt zu sehen, nachdem das Gamma im Menü des Projektors von 2.2 auf 2.0 geändert wurde. Auf dem Markusplatz in Venedig nimmt die Schärfe zum Rand hin leicht ab. Die Besucher stellt der H6520BD etwas „weicher“ dar. Auch Kleindetails werden nicht mehr so plastisch herausgearbeitet, was dem stark verbesserungswürdigen Kontrast von gerade mal 1332:1 zuzuschreiben ist.

Nach optimaler Einstellung und Ausrichtung des Acer H6520BD, erscheint das Fadenkreuz in Pixelauflösung in der Bildmitte scharf (Bild rechts). Zur Seite hin nimmt die Schärfe zunehmend ab (Bild links).


3D-Blu-rays machen ungemein viel Spaß auf der großen Leinwand. Obwohl auch hier der suboptimale Kontrast voll durchschlägt, in dem das Schwarz leicht aufgehellt durch meine 3D-Brille erscheint, empfinde ich Schärfe auf dem gesamten Bild ordentlich. Hinzu kommt, dass ich praktisch keinerlei Helligkeitsflimmern sehe, dank der 144-Hz-Wiedergabe (Triple-Flash).

Von der hohen Lichtausbeute im Bildmodus „Standard“ profitieren sowohl Präsentationen vor Publikum als auch die Fußball-Bundesliga-Berichterstattung am Samstagnachmittag auf Sky. Obwohl ich die Rollos vor den Fensterfronten heruntergelassen habe, ist es im Raum immer noch hell genug, um mich sicher durch das Zimmer zu bewegen. Der Acer ist aber so hell, dass er dieses kontrollierte Restlicht einfach überstrahlt. Der grüne Rasen ist satt, und die Rückennummern der Spieler kann ich noch lesen.

Meine Panoramaaufnahme von Hamburg offenbart zahlreiche Details, um die Stärken und Schwächen von Projektoren aufzudecken.

Während der Acer H6520BD die Panoramaaufnahme mit prächtigen Farben projiziert, fällt in der Ausschnittsvergrößerung auf, dass der Schriftzug „Stadtrundfahrt“ auf dem Doppeldecker kaum noch lesbar ist. Ebenso sind die weißen Richtungspfeile auf dem blauen Straßenschild kaum erkennbar. Demgegenüber wird das Backsteingebäude in originalgetreuen Farben reproduziert. Die Eingangstür, die im Schatten liegt, ist perfekt zu sehen. Der graue Asphalt wird ohne Verfärbungen wiedergegeben.


Stromverbrauch und Lampen

Die Leistungsaufnahme des Projektors beträgt laut Hersteller 300 Watt im hohen Lampenmodus. Davon entfallen 250 Watt auf die Lampe. Bis zu 5000 Stunden soll die Lampe halten, wenn der Projektor im Eco-Modus betrieben wird. Im hohen Lampenmodus wird die Lebensdauer mit 3500 Stunden beziffert. Aufgrund des relativ niedrigen Lampen-Preises, der ca. 150 Euro beträgt, wird der Filmspaß zu Hause richtig günstig mit 3 Cent/Stunde im Eco-Lampenmodus.

Der Acer H6520BD ist aufgrund seiner hohen Lichtleistung, der Full-HD-Auflösung und seiner flackerfreien 3D-Wiedergabe ein richtiger Home-Entertainer. Werden die Hürden der suboptimalen Werkseinstellung erst einmal genommen, belohnt der Acer H6520BD den Nutzer mit hellen und außerordentlich plastisch wirkenden Bildern.

Unser Fazit

Erst nach diversen Einstellungen in den Tiefen der Menüs erzeugt der Acer H6520BD ein fehlerfreies Bild. Die Mühe einer Kalibrierung lohnt sich aber, weil ich nach den oben aufgeführten Änderungen mit einem farbenprächtigen und detailreichen Bild belohnt wurde. Der Acer H6520BD ist aufgrund seiner hohen Lichtleistung, der Full-HD-Auflösung und seiner flackerfreien 3D-Wiedergabe ein richtiger Home-Entertainer. Einen Vorteil daraus ziehen Gamer, Heimkinofreunde und Präsentatoren gleichermaßen. Ab Werk stellt er Feindetails in Full-HD-Pixelauflösung leider fehlerhaft dar.

Ich finde auch, dass der geringe Kontrast und die zum Rand hin abnehmende Schärfe das Filmvergnügen im Heimkino und für Präsentationen ein wenig schmälern. Ebenso ist es schade, dass der Zoombereich nicht voll ausgeschöpft werden kann, ohne dass es zu Einbußen in der Schärfe kommt. Die MHL-Fähigkeit gefällt mir hingegen sehr gut, weil sie die kabellose Zuspielung von Inhalten erlaubt, die sich auf entsprechend kompatiblen Smartphones und Tablets befinden. Dieses Streaming funktioniert hier schnell, zuverlässig und unkompliziert. Benötigt wird dafür lediglich der optional erhältliche MHL-Dongle. Werden die Hürden der suboptimalen Werkseinstellung erst einmal genommen, belohnt der Acer H6520BD den Nutzer mit hellen und außerordentlich plastisch wirkenden Bildern, die auch gegen kontrolliertes Restlicht problemlos ankommen.

(64 Rezensionen)

POSITIV

  • + sehr hohe Lichtleistung
  • + einfache Bedienung
  • + 3D-Projektion mit 144 Hz
  • + MHL-fähig

Negativ

  • - volle Pixeldarstellung erst nach Kalibrierung nutzbar
  • - suboptimale Werkseinstellung
  • - limitiertes Farbmanagement
  • - unbeleuchtete Fernbedienung
Endnote 2,2 Gut

Testergebnis

Wie wir bewerten?
  • Verarbeitung
    2.5
     
  • Bedienung
    2.8
     
  • Funktionen
    1.5
     
  • Austattung/Anschlüsse
    2.2
     
  • Bildqualität
    2.0
     
  • Umwelteigenschaften
    3.0
     
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