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BenQ W1070 Testbericht

Alexander, 22. Februar 2014
Endnote 1,8 Gut
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Full-HD, 3D, 2000 ANSI-Lumen, Kontrast von 10.000:1, Lens-Shift und das alles in einem nur rund 2,7 Kilogramm schweren Paket: Der BenQ W1070 hört sich nach einem guten Angebot an und so waren wir gespannt darauf, ob der Beamer die hohen Erwartungen erfüllen kann.

( Rezensionen)

POSITIV

  • + hohe Schärfe und Full-HD Auflösung
  • + Preis-Leistung: Sehr gut
  • + Empfehlung für Heimkino
  • + Für Präsentationen noch gut geeignet
  • + Gute Farbabstimmung ab Werk
  • + Platzsparend und geringes Gewicht

Negativ

  • - hohe Geräuschentwicklung
  • - Projektionsdistanz eventuell ungünstig
  • - geringer Lieferumfang

Der BenQ W1070 gehört einer spannenden Beamer-Kategorie an: Er macht durch Full-HD und hohen Kontrasten eine gute Figur und richtet sich an Anwender, die sich ein Kino-Erlebnis in den eigenen Wänden wünschen. Durch das geringe Gewicht und die hohe Lichtleistung könnte der DLP-Projektor sich aber auch gut als Präsentations-Beamer eignen.

Design, Verarbeitung, Mobilität

BenQ setzt beim W1070 vor allem auf der Front silberfarbenen und ansonsten sehr viel glänzenden weißen Kunststoff ein. Das Design ist leicht geschwungen und löst sich damit von der Kastenform. Insgesamt wirkt der Projektor zwar gefällig, ein Hingucker ist er jedoch nicht. Die Verarbeitung ist in Ordnung. Die Abmessungen in der Grundfläche sind etwas größer als ein A4-Blatt. Das Gewicht von 2750 g ist gut tragbar, falls man den Beamer mal zu einer Präsentation oder zu Freunden bringen will.

Das Design des BenQ W1070

Inbetriebnahme

Um ein Anschlusskabel muss man sich selbst kümmern, dem Beamer liegen keine bei. Praktisches Detail: Ein Deckel schützt das Objektiv vor Staub und ist mit einem Silikonband „unverlierbar“ am Beamer befestigt. Um den BenQ W1070 optimal aufzustellen, lässt sich eine Verrieglung vorne am Beamer lösen und ein Standfuß stufenlos herausziehen. Um eine Schräglage zu vermeiden, kann ein hinterer Standfuß in die richtige Höhe geschraubt werden. Ungewöhnlich in dieser Preisklasse ist die Möglichkeit, über einen Lens-Shift das Bild vertikal ausrichten zu können. Dazu benötigt man einen Schraubendreher. Der Einstellbereich ist gering und umfasst je nach Projektionsgröße lediglich wenige Zentimeter, die aber schon entscheidend sein können. Die Trapezkorrektur via Software bietet fein abgestimmte Stufen und funktioniert prächtig.

Bedienung

Die Bedienung geschieht direkt über das Bedienfeld des Projektors oder über die beiliegende Fernbedienung. Das Bedienfeld stellt nur die nötigsten Funktionen zur Verfügung, das Tastengeräusch ist laut, der Druckpunkt zufriedenstellend. Besser geht es mit der mit roter Hintergrundbeleuchtung ausgestatteten Fernbedienung. Sie liegt gut in der Hand und bietet viele sinnvolle Funktionen, die sich mit einem Tastendruck aufrufen lassen. Das etwas klein projizierte Menü ist logisch und übersichtlich aufgebaut, benötigt aber ohne Fernbedienung teilweise zu viele Tastendrücke, um die gewünschte Einstellung vorzunehmen.

Ausstattung und Funktionen

Der BenQ W1070 besitzt zwei HDMI-Eingänge, was uns sehr gefällt und nicht üblich ist. Man kann beispielsweise Spielekonsole und Blu-ray-Spieler gleichzeitig anschließen und muss nicht umstöpseln. Hinzu kommen VGA, S-Video und Composite Video. Für die Tonausgabe befinden sich Chinch-Audio-Ausgänge am Gerät. Für die Leinwandsteuerung hält der BenQ W1070 einen 12V-Trigger-Eingang sowie eine serielle Schnittstelle bereit.

Die Anschlüsse an der Gehäuse Hinterseite

Abgerundet wird die Auswahl durch eine Mini-USB-Buchse, die allerdings nur für Firmwareupdates gedacht ist. Einen Medienplayer besitzt der BenQ W1070 nicht. Mit an Bord ist ein Lautsprecher, der zwar eine ordentliche Lautstärke erreicht, klanglich aber dürftig ausfällt. Neben fehlenden Bässen klingt Musik leicht scheppernd.

Als maximal mögliche Bilddiagonale gibt BenQ rund 5 Meter an. Andere Projektoren schaffen auf dem Datenblatt mehr. Die Projektionsdistanz beträgt 1 Meter bis 10 Meter. Das Zoom-Objektiv besitzt eine Brennweite von 16.88 bis 21.88 mm, ist also sehr weitwinkelig, womit der BenQ W1070 sich auch zum Einsatz in kleineren Räumen eignet und trotzdem ein großes Bild ermöglicht. Dabei hilft der Zoom: Man stellt ihn über einen großen im Gehäuse versenkten Drehring am Objektiv ein, der sich mit seinem Kunststoffhebel einfach bedienen lässt. Es folgt der Schärfering, den man ebenso einfach und präzise einstellen kann. Eventuell braucht man aber etwas länger, um die perfekte Bildgröße zu erreichen, da beide Einstellmöglichkeiten die Bildgröße beeinflussen.

Etwas über 25 Sekunden dauert es, bis man mit dem Film starten kann. Das Abschalten dauert länger, bis die Lüfter verstummen und die Power-Anzeige das Gerät freigibt, benötigt der Projektor 90 Sekunden. Wer es eilig hat, kann auch die Schnellabschaltung im Menü aktivieren und verkürzt die Zeit damit auf rund 15 Sekunden.

Die Linse des BenQ W1070

Bildqualität

Der BenQ W1070 gehört in die Klasse der günstigen Single-Chip-DLP-Projektoren. Die verschiedenen Farben werden durch ein Farbrad erzeugt, das in diesem Fall aus sechs Segmenten besteht. Im Gegensatz zu anderen vergleichbaren Projektoren wie beispielsweise den Acer H6510BD setzt BenQ kein weißes Element ein. Dadurch verringert sich beim BenQ W1070 der Regenbogeneffekt. Vorhanden ist er dennoch und kann Zuschauern, die dafür empfindlich sind, bisweilen stören.

Mit 2000 Lumen gehört die Helligkeit der Projektion in den oberen Bereich. Sie reicht aus, damit der Beamer in einem nicht verdunkelten Raum ein erkennbares Bild projiziert. Bei trübem Wetter und in der Dämmerung kann das Bild überzeugen, richtig gut wird es aber erst im voll abgedunkelten Raum. Dann ist selbst die Projektion auf einer Raufasertapete mehr als ansehnlich.

Die Bildschärfe der Full-HD-Projektion hat uns voll überzeugt. Selbst wenn man Material in 720p oder DVD-Auflösung zuspielt, kann die Schärfe beeindrucken. Das Upscaling ist hervorragend.

Der BenQ W1070 bietet bereits ohne Farbkalibrierung ein stimmiges Kinobild mit realistischen Farben. Beamer anderer Hersteller neigen vereinzelt zu unnatürlich wirkenden Farben. Über die Voreinstellung „Brilliant Color“ lässt es sich aber trefflich streiten, uns gefällt das Bild ohne Farbgeschmacksverstärker noch etwas besser. Für ein perfektes Bild empfiehlt es sich, anhand von Testbildern Helligkeit und Kontrast zu regeln und die verschiedenen Farbmodi auszuprobieren oder in die umfangreichen Möglichkeiten der Farbkalibrierung einzusteigen.

Für 3D-Fans ist der BenQ W1070 ein plastischer Traum, egal ob man ihm Material von Spielekonsole oder 3D-Blu-Ray zuspielt. Der W1070 besitzt die 144 Hz Triple-Flash-Technik, die ein sehr ruhiges Bild ermöglicht. Allerdings muss der Anwender eine Zusatzinvestition leisten, denn eine Shutter-Brille gehört nicht zum Lieferumfang. Der W1070 ist nicht in der Lage, 2D- in 3D-Material umzuwandeln. Schadet nichts, mehr als eine Spielerei ist ein solcher Effekt nicht.

Lens-Shift Funktion

Stromverbrauch und Lampen

Neben dem Standard-Modus bietet der W1070 noch einen Spar- und SmartEco-Modus an, bei denen sich die Lichtleistung und Geräuschentwicklung verringern sowie die Lampenlebensdauer erhöht. Die Lebensdauer der 240-Watt-Lampe beträgt laut BenQ im Normalmodus bis zu 3500 Stunden, im SmartEco-Modus bis zu 5000 Stunden.

Der BenQ W1070 ist kein leiser Projektor: Beim Einschalten drehen die Lüfter erstmal kurz hoch, um dann etwas leiser zu laufen. Der W1070 rauscht im Normalmodus mehr als deutlich vernehmbar mit 34,7 dB(A) (gemessen in einem Meter Abstand), was vor allem in ruhigen Filmpassagen stört. Der Stromverbrauch liegt dann konstant bei knapp 290 Watt. Im Sparmodus verringert sich das Betriebsgeräusch auf immer noch laute 29,5 dB(A), der Stromverbrauch sinkt auf 210 Watt. Das Bild wird allerdings erheblich dunkler und setzt eine abgedunkelte Umgebung voraus, um noch Freude zu machen.

Einen Kompromiss stellt der SmartEco-Modus dar: Der Projektor reduziert bei dunklen Bildern die Lampenleistung. Der Verbrauch liegt dann bei bei 207 Watt. Bei hellen Bildern gibt es keinen Unterschied zum Normalmodus. Das Lüftergeräusch entspricht ungefähr dem Normalmodus.

Die Hitzeentwicklung ist ordentlich: Auf der Oberfläche erreicht die heißeste Stelle fast 50 Grad. nach vorne entweicht warme Luft mit einer Temperatur bis zu 73 Grad. Ansonsten bewegen sich die Temperaturen im Normalbereich. Positiv: Die Bedienelemente bleiben mit 25 Grad angenehm kühl.

Unser Fazit

Der BenQ W1070 hat bei seinem Erscheinen für viel Wirbel in der Beamer-Gemeinde gesorgt. Zurecht: Er bietet ein hervorragendes Full-HD-Bild in 2D und 3D und lässt sich durch den vertikalen Lens-Shift recht flexibel aufstellen. Er fühlt sich nicht nur im Heimkino pudelwohl, sondern macht durch seine kompakten Abmessungen und das geringe Gewicht auch als Präsentations-Beamer eine gute Figur. Allerdings dürfte die Lichtleistung für diesen Einsatzzweck noch höher sein.

Abstriche muss man allgemein auch beim Schwarzwert hinnehmen: Ein sattes Schwarz kann der Beamer nicht liefern. Da sind auf das Heimkino spezialisierte Geräte, die auf Lumen zugunsten eines besseren Schwarzwertes verzichten, dem BenQ W1070 überlegen. Bleibt die abschließende Frage: Würden wir den BenQ W1070 als dauerhaften Gast ins Haus holen? Die Antwort fällt zwiespältig aus und hängt davon ab, ob man mit der hohen Geräuschemission leben kann, die auch im Sparmodus bei stillen Filmpassagen stören kann. Ansonsten macht der Beamer im Heimkino viel Spaß und bietet ein hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis.

( Rezensionen)

POSITIV

  • + hohe Schärfe und Full-HD Auflösung
  • + Preis-Leistung: Sehr gut
  • + Empfehlung für Heimkino
  • + Für Präsentationen noch gut geeignet
  • + Gute Farbabstimmung ab Werk
  • + Platzsparend und geringes Gewicht

Negativ

  • - hohe Geräuschentwicklung
  • - Projektionsdistanz eventuell ungünstig
  • - geringer Lieferumfang
Endnote 1,8 Gut

Testergebnis

Wie wir bewerten?
  • Verarbeitung
    2.0
     
  • Bedienung
    1.5
     
  • Funktionen
    2.0
     
  • Ausstattung/Anschlüsse
    2.0
     
  • Bildqualität
    1.5
     
  • Umwelteigenschaften
    3.0
     
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