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BenQ W750 Testbericht

Oliver Bünte, 26. Juli 2014
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Der BenQ W750 verspricht Heimkino für wenig Geld. Für einen HD-Beamer seiner Preisklasse verfügt er über eine umfangreiche Ausstattung und unterstützt sogar 3D. Doch kann man für gepflegtes Home Entertainment wirklich auf ein hochauflösendes Full-HD-Bild verzichten?

(123 Rezensionen)

POSITIV

  • + hohe Bildschärfe
  • + gute Farbabstimmung ab Werk
  • + hervorragendes Up- und Downscaling

Negativ

  • - Regenbogeneffekt
  • - hohe Geräuschentwicklung

BenQ hat es beim bewährten Design der Vorgängermodelle belassen. Das kurvige Gehäuse des W750 besteht auf der Oberseite aus weißen hochglänzenden und an der Unterseite aus mattem grauen Kunststoff. Billig wie bei so manch anderem Beamer wirkt das nicht. Insgesamt hinterlässt das Gehäuse einen stabilen Eindruck, sodass man den 2,6 Kilogramm schweren Projektor auch mal außer Haus mitnehmen mag. Dafür hat BenQ dem W750 einen Deckel als Linsenschutz spendiert, der am Projektor mit einem Silikonband befestigt ist.

Das Design des BenQ W750

Inbetriebnahme

Verzichtet man auf eine Deckenmontage, ist der BenQ W750 schnell aufgestellt und gerade ausgerichtet: Vorn in der Mitte des Projektors ist ein höhenverstellbarer Fuß angebracht. Das Wort „Push“ weist darauf hin, dass man nur einen Knopf drücken muss, um die Höhe in kleinen Schritten zu verstellen.

Der höhenverstellbare Fuß

Für den seitlichen Ausgleich sorgt der hintere, linke Fuß, der hinein- oder herausgeschraubt wird. Zur vertikalen Bildausrichtung muss der komplette Projektor seitlich verschoben werden, denn eine Lens-Shift-Funktion fehlt.

Für die richtige Bildprojektionsgröße ermittelt man den Abstand zur Leinwand über eine Tabelle in der beigelegten Kurzanleitung oder über den BenQ-Projektions-Calculator. Passt die Größe des Bildes dann immer noch nicht, hilft der optische Zoom mit einer maximal 1,2-fachen Vergrößerung bei der Feinjustierung. Im Test haben wir den W750 etwa 2,9 Meter von der Leinwand entfernt aufgestellt. Damit projiziert er bei mittlerer Zoom-Einstellung ein Bild im 16:9-Format mit einer Diagonale von rund 2,3 Metern (90 Zoll). Die Bilddiagonale lässt sich bei dieser Entfernung über den Zoom um ±20 cm verändern. Der BenQ W750 eignet sich mit diesem Zoom und seiner Linsenoptik besonders gut für kleinere Räume, da er bereits bei geringem Projektionsabstand ein großes Bild erzeugt. Die maximal erreichbare Bilddiagonale beträgt rund 7,6 Meter bei einer Projektionsentfernung von etwa 9,6 Metern. Das projizierte Bild ist dann aber recht dunkel.

Die Fokussierung des Bildes gelingt beim BenQ W750 präzise über ein Einstellrad direkt an der Linse.

Die Bedienung ist intuitiv und durchdacht

Bedienung

Die Trapez-Korrektur erfolgt feinstufig und damit sehr exakt über das Control-Panel an der Oberseite des Beamers. Hier befinden sich auch ein Power-Button, Laut-Leise-Tasten und Buttons für das Umschalten der Eingangsquelle und des Lampenmodus sowie eine Taste zur Aktivierung des On-Screen-Displays (OSD). Prinzipiell lassen sich über diese Tasten sämtliche Funktionen des Beamers steuern. Bequemer geht es über die mitgelieferte Fernbedienung, auch wenn sie und deren Gummitasten etwas klein ausfallen. Das Tastenlayout der Infrarot-Fernbedienung ist eingängig, im Dunkeln ist sie wegen fehlender Beleuchtung nur durch Fühlen zu bedienen. Gut gefällt, dass die Fernbedienung auch dann zuverlässig funktioniert, wenn sie nicht direkt auf den Beamer gerichtet ist.

Schnittstellen

An Schnittstellen bietet der BenQ W750 eine sinnvolle Auswahl: zwei HDMI- und je ein VGA-, Component- und Video-Port. Eher ungewöhnlich ist der S-Video-Eingang zum Anschließen älterer Camcorder. Die Mini-USB-Schnittstelle des Beamers dient lediglich zum Einspielen von Firmware-Updates über einen Windows PC oder Mac. Der Anschluss von externen USB-Speichern an den Mini-USB-Port und das Abspielen von digitalen Videos oder PowerPoint-Präsentationen ohne zusätzlichen Rechner ist nicht möglich. Eine RS-232-Schnittstelle nimmt Steuersignale entgegen.

Die Anschlüsse an der Rückseite

Die Anschlussmöglichkeiten für Audio gehen mit analogen Audio-In-Anschlüssen über Mini-Klinke und zwei Cinch-Buchsen in Ordnung. Ein analoger Audio-Ausgang steht über eine 3,5 mm Klinkenbuchse zur Verfügung. Über einen digitalen optischen Audio-Ausgang verfügt der W750 nicht.

Bildqualität

Das Wichtigste an einem Projektor ist eine gute Bildleistung. Hier punktet der BenQ W750 uneingeschränkt. Wir haben als Standardeinstellung den „Cinema“-Modus gewählt, weil hier Farben, Kontrast, Helligkeit und Bildschärfe am ausgewogensten wirken. Als weitere Bildmodi stehen „Standard“ und „Dynamic“ zur Verfügung. Je nach Umgebungslicht kann es sinnvoll sein, eigene Einstellungen vorzunehmen, die in zwei Bildmodi gespeichert werden können.

Bereits ab Werk liefert der Beamer bei 2200 Kelvin ein kontrastreiches, helles Bild. Möchte man eine Kalibrierung über Testbilder vornehmen, bietet das übersichtliche Optionsmenü zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten. Hier haben wir die Option „Brillant Color“, die für eine übersättigte Farbausgabe verantwortlich ist, zugunsten einer natürlicheren Farbwiedergabe deaktiviert.

Der BenQ W750 im Test

Der abgedeckte Farbraum des Beamers ist hoch, lediglich der Schwarzwert überzeugt nicht ganz. Schwarze Flächen werden eher dunkelgrau dargestellt, was typisch für Single-DLP-Projektoren mit einem rotierenden RGBCYW-Farbrad ist. Die Werte, die BenQ mit 2500 ANSI Lumen Lichtleistung und 1:13.000 für den Kontrast angibt, werden in der Praxis nicht erreicht. Denn nach der Kalibrierung geht von der Lichtleistung einiges verloren, der Kontrast liegt aufgrund des Schwarzwertes ebenfalls niedriger. Das Heimkino sollte daher für ein gutes Bild abgedunkelt sein, dann reicht sogar eine Raufasertapete als Projektionsfläche. Tageslicht sollte man eher meiden. Für Präsentationen im Business-Einsatz bei Tageslicht ist der W750 aber ohnehin nicht gedacht.

In Zeiten von Full HD ist man skeptisch, wenn ein Beamer für den Heimkino-Einsatz nur über eine HD-Auflösung von 1280 x 720 Bildpunkten verfügt, denn Blu-rays, viele digitale Videos und hochauflösendes Digitalfernsehen liefern 1080p-Content, den der W750 nicht in nativer Auflösung darstellen kann. Sorgen muss man sich darum aber nicht machen: Das Bild ist detailreich. Das gilt nicht nur für HD-Videos in 720p, sondern auch für herunterskalierte 1080p-Videos von Blu-ray oder heraufskalierte 576p-Videos von DVD. Das Up- und Downscaling klappt beim BenQ W750 hervorragend. Selbst bei schnellen Action-Szenen konnten wir keine störenden Artefakte oder unangenehme Schlierenbildung feststellen.

Zwei Dinge sind aber im wahrsten Sinne des Wortes augenfällig: Bei hellen Bildanteilen sieht man aus knapp drei Metern Entfernung noch einzelne Pixel und deren Rasterung. Nach ein paar Minuten nimmt man sie zwar nicht mehr wahr, empfindliche Naturen können sich aber daran stören. Das trifft auch für den Regenbogeneffekt zu, wie er bei allen Beamern mit Single-Chip-DLP auftritt. Wenn man weiß, dass man für diesen Effekt empfänglich ist, sollte man lieber zu einem Mehrchip-DLP- oder LCD-Projektor greifen.

Spaß mit 3D

Richtig spaßig wird Heimkino erst mit der dritten Dimension. Der BenQ W750 ist dazu auf einen 3D-fähigen Zuspieler über HDMI angewiesen. 3D-Videos aus 2D-Content kann er nicht generieren. Für 3D-Genuss benötigt man eine optionale Shutter-Brille. Die BenQ New 3D-Glasses II unterstützen die Triple-Flash-Technik, die beim W750 zum Einsatz kommt. Statt mit üblichen 48 Hz arbeitet Triple Flash mit 72 Hz pro Brillenglas. Flimmern tritt so bei Videos mit 24 Bildern pro Sekunde nicht auf. Außerdem lässt die Shutter-Brille mit der 144-Hz-Technik mehr Licht für einen helleren Bildeindruck durch. Für das 3D-Bild von Blu-ray gilt beim W750 das gleiche wie für 2D: Trotz Skalierung ist das Bild detailreich. Der 3D-Eindruck ist Spitze.

Sound-Ausgabe

Der Klang des  integrierten 10-Watt-Lautsprechers ist dünn und erzielt nur bei moderater Lautstärke in kleinen Räumen ein akzeptables Ergebnis. Im Heimkino schließt man ohnehin eine Surround-Sound-Anlage oder eine Soundbar an.

Emissionen

Aufgrund der Single-Chip-DLP-Lösung wird zur Farbprojektion ein rotierendes Farbrad eingesetzt, das zusammen mit dem Lampenlüfter eine hörbare Geräuschkulisse erzeugt. Das dumpfe Rauschen des Lampenlüfters wird von einem hochfrequenten Pfeifen des Farbrads begleitet. In einer Entfernung von einem Meter beträgt die Lautstärke im Normalmodus 40,7 dB(A). Die Lampe arbeitet dann mit voller Leistung. Etwas leiser geht es mit 39,0 dB(A) im SmartEco-Modus und 36,5 dB(A) im Sparmodus mit gedimmter Lampe zu. Besonders bei Dialogen oder in ruhigen Filmpassagen wünscht man sich aber einen leiser arbeitenden Beamer. Gibt man den Ton über eine Surround-Sound-Anlage wieder und beschränkt sich auf das Ansehen von Action-Filmen mit brachialer Sound-Kulisse, dann werden die Laufgeräusche des W750 effektiv übertönt.

Aus dem großen Lüfterauslass an der linken Seite des W750 wird heiße Luft mit Temperaturen bis zu 56,6 °C rausgepustet. Entsprechend ist auch die linke Oberseite mit 46,5 °C wärmer, ansonsten bleibt der W750 angenehm kühl. Einen Nachteil hat der große Lüfterausgang aber: Durch ihn tritt Streulicht der Lampe nach außen, was in einem abgedunkelten Raum den Videogenuss beeinträchtigen kann.

Die Linse des W750

Stromverbrauch

Ein Faktor, den man beim Beamer-Kauf nicht außer Acht lassen sollte sind die Verbrauchskosten. Der BenQ W750 genehmigt sich im Standby-Betrieb etwa 0,8 Watt. Das ist nicht gerade wenig dafür, dass er nur auf das Einschalten per Fernbedienung wartet. Im Betrieb rreicht er dagegen Werte, die für einen Beamer mit dieser Lichtleistung gängig sind: Im Normalmodus benötigt er maximal 257,3 Watt, im Sparmodus mit gedimmter Lampe 209,3 Watt. Im SmartEco-Modus schwankt der Verbrauch zwischen 106,7 und 206,1 Watt.

Die Lampe soll laut BenQ 6500 Stunden im SmartEco-Modus halten. Sie lässt sich einfach über eine Wartungsklappe an der Oberseite des Beamers austauschen. Möchte man die Lebensdauer der Lampe erhöhen, dann sollte man den schnellen Abkühlmodus ausgeschaltet lassen. Dieser Modus ist zwar verlockend, weil der rauschende Ventilator beim Abschalten des Beamers nicht mehr nachläuft, belastet die Lampe aber stark.

Unser Fazit

Der BenQ W750 markiert mit seiner HD-Auflösung und Single-Chip-DLP-Technik den preisgünstigen Einstieg in die Heimkinowelt. Er liefert sowohl in 2D als auch 3D ein hervorragendes Bild. Zusammen mit der passenden 3D-Shutter-Brille spielt der Beamer seine Stärke durch die flimmerfreie Triple-Flash-Technik aus.

Der BenQ W750 eignet sich hauptsächlich für Home Entertainment in abgedunkelten Räumen, weniger für den Business-Einsatz bei Tageslicht. Empfindliche Naturen können sich am Regenbogeneffekt stören. Das gilt auch für das Betriebsgeräusch. Wen das nicht stört, der erhält mit dem BenQ W750 einen gut ausgestatteten Beamer mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

(123 Rezensionen)

POSITIV

  • + hohe Bildschärfe
  • + gute Farbabstimmung ab Werk
  • + hervorragendes Up- und Downscaling

Negativ

  • - Regenbogeneffekt
  • - hohe Geräuschentwicklung

Preis

Endnote 2,1 Gut

Testergebnis

Wie wir bewerten?
  • Verarbeitung
    1.5
     
  • Bedienung
    1.5
     
  • Funktionen
    2.0
     
  • Ausstattung/Anschlüsse
    1.5
     
  • Bildqualität
    2.0
     
  • Umwelteigenschaften
    2.5
     
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