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Rundum-Beamer für Gamer: Immersis

Alexander, Februar 5, 2015

Eines der Beamer-Highlights der diesjährigen CES – zumindest aus Spielersicht – war das Immersis getaufte Produkt der französischen Firma Catopsys. Die vielversprechende und im Gamer-Segment derzeit einzigartige Technik soll laut Hersteller eine ganz neue Form des Mittendrin-Gefühls erzeugen.

Wie funktioniert Immersis?
Grundsätzlich handelt es sich um einen auf herkömmlicher Technik basierenden Beamer, der per LED Licht mit einer Helligkeit von maximal 3.000 Lumen bei einem Kontrast von 10.000:1 ausgibt. Die maximale Auflösung beträgt 1.920 * 1.080 Pixel, per HDMI oder auch DVI können entsprechende Quellen (wie ein PC oder eine Konsole) an Immersis angeschlossen werden. Die technischen Eckdaten lesen sich für einen Beamer im Jahr 2015 also nicht unbedingt beeindruckend – wäre da nicht das Surround-Feature der Bildausgabe.

So viele Bilder!
Immersis bestrahlt nämlich nicht nur die Wand vor dem Betrachter, sondern auch die Decke und die Wände, was die namensgebende Immersion deutlich verbessern soll. Für Filme ist die Technik dabei weniger geeignet, da schlichtweg nur Informationen über das eigentlich sichtbare Bild – und nicht die Außenbereiche, welche nicht mitgefilmt werden – vorliegen. In Spielen jedoch sollen, laut Hersteller, gerade Rennspiele und Ego-Shooter von Immersis profitieren. Grundsätzlich sind aber wahrscheinlich alle Spiele gemeint, welche aus der Ich-Perspektive gespielt werden.

Aber funktioniert das auch in der Praxis?
Es gibt nicht viel, was dagegen spricht. Die perspektivischen Verzerrungen, welche durch die Projektion des Bildes in mehrere Richtungen entstehen können, gleicht Immersis per Software aus. Zwar müssen die Spiele die Technik von Canopsys auch unterstützen, aber das Unternehmen hat zu diesem Zweck ein SDK bereitgestellt, wodurch Anpassungen nur „wenig Zeit“ benötigen würden. Populäre Gaming-Engines, wie die Unreal Engine oder CryEngine, werden bei Kickstarter als Stretch-Goals definiert – es liegt also an der Community, Immersis so umfangreich wie möglich zu gestalten.

Die eigene Wohnung als Problemfall
Ein nicht zu unterschätzendes Hindernis bleibt trotz aller Technik und Stretch-Goals wohl nicht zu beseitigen: Immersis benötigt für die volle Entfaltung viel Platz. Möbelstücke im Weg – Regale, Schränke, Bilder, Stühle, ein Sofa – kann das System (noch?) nicht perspektivisch ausgleichen, so dass möglichst flache Wände ohne jegliche Störobjekte ein Muss sind. Ein solcher Einrichtungsstil dürfte allerdings auf nicht besonders viele Räume zutreffen, und ein eigenes „Gaming-Zimmer“ sprengt wahrscheinlich das Budget zahlreicher interessierter Käufer. Man darf abwarten, ob Canopsys für dieses Problem eine Antwort parat hat.

Erscheinungsdatum: bald…
Wann Immersis auf den Markt kommt, ist nicht zu 100 % geklärt. Derzeit (Stand: 5. Februar 2015) wurde das Finanzierungsziel von 100.000 US-Dollar bereits erreicht, weitere zwei Wochen verbleiben für das Erreichen der genannten Stretch-Goals. Sollte alles nach Plan verlaufen, bestrahlt Immersis unsere Wohnzimmer im November 2015 – für einen stattlichen Preis in Höhe von angepeilten 2.500 US-Dollar. Da Kickstarter-Projekte jedoch dafür bekannt sind, das zeitliche Ziel nur selten einzuhalten, würde es uns nicht wundern, wenn es länger dauern würde.