Endnote 1,5 Sehr Gut
Share Button

Optoma HD27 Testbericht

Alexander, 2. November 2017
Endnote 1,5 Sehr Gut
Share Button

Optoma offeriert mit dem HD27 den idealen Spielpartner für größere Wohnzimmer, weil der Full-HD-Projektor nicht mitten im Raum an die Zimmerdecke montiert werden muss, sondern unauffällig hinten im Zimmer installiert werden kann. Wer auf standardisierte Farben großen Wert legt, und sich durch die kleinen Tücken der Bildmenüs schlägt, wird mit originalgetreuen Farben gemäß Rec.709-Standard belohnt. Für wen sich der kleine Spaßmacher sonst noch lohnt, zeigen wir in diesem aufwändig gestalteten Test.

(28 Rezensionen)

POSITIV

  • + Werkseinstellung mit normnahen Farben
  • + 3D mit 144 Hz (Triple Flash)
  • + vorbildlich funktionierendes 6-Achsen-Farbmanagement
  • + kabellose Signalübertragung (optional)
  • + beleuchtete Fernbedienung
  • + Preis/Leistungsverhältnis

Negativ

  • - Gain-Regler nur bei RGB-Signalzuspielung nutzbar
  • - mäßiger On/Off-Kontrast

Ausstattung und Funktionen
1920 x 1080 Pixel beträgt die Auflösung des Optoma HD27. Die Lichtleistung beziffert der Hersteller mit 3200 Lumen und Lampenlebensdauer mit bis zu 6500 Stunden. Das bedeutet, dass die Lampe satte 9 Jahre lang hält, wenn der Projektor jeden Tag 2 Stunden läuft.
Der HD27 projiziert 3D-Filme mit bis zu 144 Hz. Mit dieser (auch „Triple-Flash“ genannten) Technik erscheinen 3D-Filme praktisch flimmerfrei.
Der Gaming-Modus ist so hell angelegt, dass auch bei leichtem Restlicht im Raum das Zocken Spaß macht.
MHL-fähige Zuspieler können direkt an den HD27 angeschlossen werden. Wer hingegen das Kontent vom Smartphone und Tablet kabellos streamen möchte, für den bietet Optoma ebenfalls eine Lösung an:
Mit Hilfe des optional erhältlichen „HDCastPro“ können Dokumente, Games und Blockbuster kabellos dem Projektor zugespielt werden. „HDCastPro“ selbst ist ein kleiner Dongle, der die Form eines USB-Sticks besitzt und einfach in den Projektor eingestöpselt wird. Anschließend gelingt es mit mobilen Endgeräten, jegliches Kontent in Full-HD-Auflösung zu streamen. Die Zuspieler müssen nur AirPlay, Miracast oder DLNA unterstützen. Eine tolle Lösung für zu Hause und unterwegs!
Die auf der Website von Optoma beworbenen „isf“-Modi sind allerdings nicht vorhanden. Ich gehe schlichtweg von einem Übertragungsfehler dort aus, weil das Logo von diesem Feature nicht auf die Verpackung des Projektors aufgeführt ist. Schlimm ist das ohnehin nicht, weil der HD27 ein umfangreiches Farbmanagement besitzt, mit dem alle wesentlichen Einstellungen vorgenommen werden können.
Dieser Ein-Chip-DLP-Projektor besitzt ein 6-Segmente-Farbrad für die sequentielle Farbdarstellung. Diese Segmente haben die Farben Rot, Grün, Blau, Weiß, Cyan, Gelb und Magenta. Darüber hinaus verspricht Optoma eine hervorragende Farbpräzision, um Farben nach dem Rec.709-Standard darzustellen. Von dieser „Multi Color Processing“-Technologie ist Optoma derart überzeugt, dass das Unternehmen satte 5 Jahre Garantie auf die korrekte Farbdarstellung gewährt. Alle Achtung!
Last but not least besitzt der HD27 eine dynamische Kontrast-Regelung, die den Namen „Dynamic Black“ trägt.

Sämtliche Kabel werden an der aufgeräumten Rückseite angeschlossen. Es können gleich zwei HDMI-fähige Endgeräte verbunden werden. Eines darf sogar MHL-fähig sein, beispielsweise ein Tablet oder Smartphone.

Die Schärfe muss direkt am Objektiv-Ring eingestellt werden. Die Bildgröße wird mit dem Regler angepasst, der auf der Gehäuseoberseite bündig eingelassen ist. Sollte mal keine Fernbedienung zur Hand sein, können allen relevanten Einstellungen am Projektor vorgenommen werden.

Inbetriebnahme und Bedienung
Mit nur wenigen Handgriffen ist der HD27 aufgebaut und eingestellt. Das Zoom-Objektiv erleichtert mir die finale Platzierung im Raum auf angenehme Art und Weise. Während andere Hersteller lieber Objektive verwenden, die möglichst große Bilder aus geringen Abständen erzeugen, hat Optoma mit dem HD27 andere Ziele. Das Objektiv ist nämlich für etwas größere Wohnzimmer konzipiert worden, um den Beamer weiter hinten platzieren zu können, ohne dass das Bild zu groß wird. Der HD27 muss also nicht mitten im Raum unter der Zimmerdecke hängen, wie das bei vielen anderen Modellen der Fall ist. Vielmehr leuchtet der HD27 meine drei Meter breite Leinwand aus einem Abstand von ca. 4,50 – 4,90 Meter formatfüllend aus.

Der Handsender des HD27 besitzt eine beleuchtete Tastatur. Damit kann ich selbst im dunklen Heimkino treffsicher durch die übersichtlich strukturierten Menüs navigieren.

Bildqualität
Direkt nach dem Einschalten projiziert der Optoma ausgesprochen natürliche Farben. Laien und Heimkinoanfänger brauchen im Grunde nichts mehr zu ändern, um Filme herrlich scharf und angenehm hell zu erleben. Der Bildmodus „Kino“ (Werkseinstellung) erzielt hier gute 1045 Lumen. Das reicht auch objektiv völlig reicht aus, um Bildbreiten bis 3,50 Meter strahlend hell zu befeuern. Der On/Off-Kontrast fällt für einen DLP-Projektor mit über 2800:1 herausragend gut aus. Der Schwarzwert ist mit 0,37 Lumen in dieser Preisklasse spitze. Letztendendes liegt auch die Farbtemperatur nur geringfügig über 6500 Kelvin (D65) – und bedarf keiner Änderung.
Heimkino-Enthusiasten und Profis können die bereits sehr guten Einstellungen noch ändern. Dafür stehen ein fehlerfrei funktionierendes Sechs-Achsen-Farbmanagement zur Verfügung und die obligatorischen Gain/Offset-Regler. Es hat mich beim Testen allerdings ein wenig verwundert, dass die letztgenannten Regler nicht sinnvoll verwenden werden können, sobald die Signalzuspielung per YCbCr erfolgt. Die Gain-Regler bleiben in diesem Fall ohne Wirkung. Erfolgt die Signalzuspielung hingegen in RGB, können auch diese Regler korrekt genutzt werden. Dafür muss die Signalzuspielung im Blu-ray-Player von YCbCr auf RGB geschaltet werden. Nachteile ergeben sich durch diese Wandlung nicht, denn am Ende projiziert der Projektor ohnehin ein RGB-Signal. Welches Gerät innerhalb der Signalübertragung die verlustfreie Wandlung vornimmt, ist letztendlich egal.

Die vorbildlich strukturierten Bildmenüs sind im Grunde selbsterklärend.

Die Einstellung des Farbraums (CIE) gelingt mir im Handumdrehen. Problemlos und schnell lassen sich alle gewünschten Koordinaten des Rec.709-Standards erreichen.
Der Farbraum ist im Bildmodus „Kino“ leicht erweitert und die Farbtemperatur mit 6644 Kelvin (D65) wirklich ordentlich.
Fotoaufnahmen, Games und Spielfilme erscheinen bereits in der Werkseinstellung kontrastreich und kräftigen Farben. An der Schärfedarstellung gibt es mal so gar nichts zu kritteln. Jeder Pixel der Full-HD-Auflösung wird auf der Leinwand bis zum Rand klar abgebildet.
Infolge der Kalibrierung nimmt die Helligkeit laut Messung ein wenig zu. Im Bild ist das allerdings nicht zu sehen. Dafür erscheinen die Farben nun exakt nach Rec.709-Standard. Leider wird durch die Kalibrierung der On/Off-Kontrast deutlich reduziert, so dass Schwarz im Vergleich zur Werkseinstellung ein wenig aufgehellt erscheint. Das kostet sichtbar Plastizität.
In „James Bond – Casino Royale“ ist der Anfang in Schwarz/Weiß. Die verschiedenen Grauabstufungen stellt der HD27 vollkommen verfärbungsfrei dar.  Der Kragen, die Knöpfe und das Revers von Bonds Mantel werden gut herausgearbeitet. In der Montenegro-Szene kann ich die einzelnen Nadelstreifen auf dem Jackett des Geheimagenten mit Leichtigkeit erkennen. Bewegte Elemente in den Szenen kommen völlig ruckelfrei daher. Das habe ich bei anderen DLP-Projektoren noch nicht besser erlebt. Die Lautstärke des Projektors finde ich akzeptabel, vor allem für einen Lichtwerfer unter 1000 Euro. Im Filmbetrieb stört mich das Lüftergeräusch zu keiner Zeit. Der Regenbogen-Effekt (kurz RBE) fällt für mich angenehm niedrig aus, gleichwohl ein RGBCYMW-Farbrad zum Einsatz kommt.

Gaming und Präsentationen: Wer den Optoma HD27 in der Schule nutzen möchte, sollte die Leinwand nicht zu groß wählen. Aufgrund von üblichem Restlicht im Raum, würde ich zwei Meter Bildbreite nicht überschreiten.
Den Zockern unter den Großbildfans hat Optoma einen eigenen Gaming-Modus spendiert. Hier macht sich der außerordentlich geringe Input-Lag positiv bemerkbar. Der HD27 reagiert prompt auf die Steuerbefehle des Controllers. Aufwändige Games wie „Batman: Arkham Knight“ kommen richtig gut zur Geltung. Schwenks werden vollkommen ruckelfrei dargestellt und es sind durchweg alle Details zu sehen.

Die Original-Aufnahme habe ich aus der 21. Etage geschossen. Dieses Bild eignet sich vortrefflich, um die Stärken und Schwächen von Projektoren zu offenbaren.

Der Screenshot vom projizierten Bild deckt auf, dass der Optoma HD27 alle Farben richtig reproduziert. Der graue Asphalt ist herrlich farbneutral, der rote Doppeldecker und der goldene Schriftzug „STADTRUNDFAHRT“ sind klar und deutlich erkennbar. Ebenso werden die hellen Treppenstufen vollständig abgebildet.

Stromverbrauch und Lampen
Die Leistungsaufnahme des Projektors beträgt gute 230 Watt. Davon verbraucht die Lampe 195 Watt. Bis zu 8000 Stunden soll diese Lampe halten, wenn der Projektor im Eco-Modus betrieben wird. Im hohen Lampenmodus sind es immer noch gute 5000 Stunden. Trotz des etwas höheren Lampenpreises, der rund 250 Euro beträgt, ist der Filmspaß zu Hause günstig. Nur 3 Cent fallen pro Stunde an, wenn der niedrige Lampenmodus genutzt wird.

Der Optoma HD27 ist ein kleiner Weitwerfer, der gerne hinten im Wohnzimmer seinen Dienst verrichtet. In meinem Heimkino macht er nicht nur eine gute Figur, sondern obendrein richtig gute Bilder auf der Leinwand.

Unser Fazit
Optoma bietet mit dem HD27 einen tollen Spielpartner für größere Wohnzimmer, weil der Full-HD-Projektor nicht mitten im Raum an die Zimmerdecke montiert werden muss, sondern unauffällig hinten im Zimmer installiert werden kann. Wer auf standardisierte Farben großen Wert legt, und sich durch die kleinen Tücken der Bildmenüs schlägt, wird mit originalgetreuen Farben gemäß Rec.709-Standard belohnt. Heimkinofreunde, Dozenten und Gamer, die nicht erst zeitaufwändig kalibrieren wollen, erleben mit dem Optoma HD27 kontrastreiche Bilder mit natürlichen und satten Farben – und das bereits in der vorzüglichen Werkseinstellung.

(28 Rezensionen)

POSITIV

  • + Werkseinstellung mit normnahen Farben
  • + 3D mit 144 Hz (Triple Flash)
  • + vorbildlich funktionierendes 6-Achsen-Farbmanagement
  • + kabellose Signalübertragung (optional)
  • + beleuchtete Fernbedienung
  • + Preis/Leistungsverhältnis

Negativ

  • - Gain-Regler nur bei RGB-Signalzuspielung nutzbar
  • - mäßiger On/Off-Kontrast
Endnote 1,5 Sehr Gut

Testergebnis

Wie wir bewerten?
  • Verarbeitung
    1.3
     
  • Bedienung
    1.3
     
  • Funktionen
    1.4
     
  • Ausstattung/Anschlüsse
    1.4
     
  • Bildqualität
    1.3
     
  • Umwelteigenschaften
    2.0
     
RATGEBER

Sie können sich nicht entscheiden?

Mehr erfahren

Datenblatt

Bestenliste