Monat 3
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Zubehör für großes Heimkino zuhause

Alexander, März 19, 2014

Wenn es über die Bilddiagonalen der großen Flachbildschirme hinausgeht, macht Heimkino erst mit drei Dingen Spaß: dem richtigen Beamer, einer stabilen Beamerhalterung und einer guten Projektionsfläche. Selbst wenn alle Komponenten vom Feinsten sind, liegen dabei die Gesamtkosten deutlich unter dem Anschaffungspreis eines Riesenfernsehers, wie zum Beispiel dem S9 von Samsung mit seiner 215 cm Bilddiagonalen.

Beamerhalterungen

18421499_sDen Beamer auf einem Tisch mit einem Bücherstapel zu platzieren ist kaum die richtige Voraussetzung für einen schönen Kinoabend zuhause. Möchte man rasch einmal einen Projektor verwenden, bietet ein im Neigungswinkel verstellbarer Tischhalter zumindest eine temporäre Lösung. Für eine Präsentation während eines Vortrags lassen sich Projektionsstative oder Projektionswagen verwenden, die teilweise auch eine gute Ablagemöglichkeit für einen Laptop bieten.

Für das Heimkino am besten geeignet sind Decken- oder Wandhalterungen. Hiermit sind die Projektoren genau ausgerichtet, eingestellt und sicher einbebaut. Beamerhersteller bieten Halterungen an, die auf die jeweiligen Geräte technisch und optisch gut abgestimmt sind. Das noble Äußere hat dann unter Umständen auch seinen Preis.

Lösungen von Zubehöranbietern wie HAMA, Maxlum, Vogels, Medium, Celexon, VCM, Gyrolock oder anderen Quellen bieten eine Vielzahl von unterschiedlichen technischen Eigenschaften und Design-Varianten. Und dies in einem Preisspektrum zwischen rund 30 Euro und mehr als 400 Euro. Bei professionellen Anwendungen und speziellen Lösungen können die Preise auch im deutlich vierstelligen Bereich liegen. Werkstoffe sind entweder lackierter Stahl, Edelstahl oder Aluminium, seltener Kunststoffe.

Tragfähigkeit und Montage

Die beiden wohl wichtigsten Kriterien für die Wahl sind die Tragfähigkeit und die Montagemöglichkeiten für den gewählten Projektor. Sowohl die Belastungsfähigkeit der Konstruktion als auch die Dimensionen der verwendeten Dübel sollten höher liegen als das Projektorgewicht. Gut ist es, wenn der Lieferumfang der Halterung das komplette Montagematerial für unterschiedliche Projektoren beinhaltet.

Relativ zierliche Halterungen können durch den Projektor selbst verdeckt werden – vor allem dann, wenn die Anordnung dicht unter der Decke erfolgt. Die größeren Modelle sind vor allem technisch ausgerichtet und können nach der Montage deutlich sichtbar über die Konturen des Beamers hinausragen. Sie verfügen über drei bis vier sichelförmige oder gerade Tragarme mit Langschlitzen, in denen sich für nahezu alle Beamer Befestigungspunkte finden lassen. Mit Schrauben M3, M4, M5 oder M6 lassen sich nahezu alle Geräte sicher fixieren. Eine Besonderheit für sehr leichte Projektoren stellen Deckenhalterungen mit starken Neodym-Magneten dar.

Platzierung

17073883_sWo genau ein Beamer montiert wird, hängt von der Beamerleistung, der gewünschten Bilddiagonalen und natürlich von dem jeweiligen Raum ab. Je weiter der Beamer von der Leinwand entfernt ist, desto geringer muss seine Neigung sein. Das verringert gleichzeitig die trapezförmige Verzeichnung. Die so genannte Keystone-Korrektur kann entweder elektronisch durch eine entgegengesetzte Vorverzerrung oder durch eine Verstellung der Optik erfolgen. Manche Beamer besitzen einen Lagesensor und übernehmen die Korrektur automatisch.

Erstrebenswert ist eine rechtwinklige Ausrichtung des Beamers. Dann tritt eine Verzerrung nicht auf. Wo die räumlichen Gegebenheiten dies ermöglichen – und das Ästhetikempfinden des Nutzers – es zulassen, können auch Verlängerungen bis 120 cm an eine Deckenhalterung angebaut werden. Eleganter sind Deckenhalterungen mit variabler Höheneinstellung.

Ausrichtung

Für die exakte Ausrichtung auf die Projektionsfläche verfügen Beamerhalterungen meist über ein arretierbares Kugelgelenk, das für die Neigung in Längs- und Querachse und die 380 ° Rundumausrichtung zuständig ist, ein Kardan-Kreuzgelenk oder über eine Vorrichtung mit zwei getrennt einstellbaren Neigungswinkeln für Längs- und Querachse, während die Panoramaausrichtung über die Befestigungsarme festgelegt wird.
Wer seinen Projektor gelegentlich mobil nutzen möchte, wird sich über eine Halterung freuen, bei der der Projektor mit einem arretierbaren „Schlitten“ gehalten wird. So lässt sich das Geräte einfacher montieren und zwischendurch auch ohne Werkzeug wieder abnehmen. Die optimale Ausrichtung bleibt erhalten.

Ästhetik

Technik-Freaks werden einen Beamer mit seiner Halterung eher als Teil der technischen Ausstattung begreifen, das durchaus sehenswert ist. Ausgeprägte Ästheten neigen dazu, den Projektor möglichst unsichtbar zu machen. Dann wird es aber auch relativ teuer – beispielsweise mit einer abgehängten Decke und einer voll integrierten Halterung, die nur bei Gebrauch des Beamers zu sehen ist, oder mit einem Deckenspiegelsystem arbeitet.
Wer sich an dem Datenkabel für die Übertragung stört, kann auch ein Funksystem verwenden. So bleibt nur noch das Netzkabel übrig. Auch das kann bei der Deckenmontage noch unsichtbar werden, wenn der Beamer anstelle einer Deckenlampe angeschlossen werden kann.

Projektionsleinwände

Die richtige Projektionsfläche ist ein weiterer Faktor für die Qualität beim Filmgenuss. Eine Raufasertapete oder eine andere strukturierte Oberfläche ist ungeeignet. Eine glatte Putzfläche oder Platte kann jedoch eine gute Grundlage für die Behandlung mit spezieller Leinwandfarbe sein. Wer an der Wand eine ausreichend große Freifläche hat, kommt bei etwas handwerklichem Geschick im DIY-Verfahren – gerade bei größeren Flächen – zu einer ebenso brillanten wie günstigen Lösung. Moderne Wohnwände aus Einzelkomponenten unterstützen diese Möglichkeit. Voraussetzung ist aber in jedem Fall ausreichender Platz an der Wand.

Leinwandtypen

14223237_sOft ist dies aber nicht der Fall. Hier stehen Stativleinwände, Rollleinwände zur Deckenbefestigung, Motorleinwände, Spannleinwände und Rahmenleinwände zur Verfügung. Stativleinwände und Spannleinwände sind überwiegend für die mobile Anwendung gedacht. Rahmenleinwände sind meist zu sperrig. Bei Nichtgebrauch müssen sie ja irgendwo untergebracht werden.

Für Verwendung in der Wohnumgebung wünscht man sich eine Leinwand, die sich nur bei der Projektion zeigt. Rollleinwände mit und ohne Motor erfüllen diese Bedingung sehr gut. Sie verschwinden in einer flachen Kassette unter der Decke und können in abgehängte Decken auch völlig unsichtbar integriert werden.

Rollleinwände neigen manchmal zu Welligkeit an den seitlichen Rändern und manchmal zur leichten Faltenbildung durch ungleichmäßige Einspannung oben und unten. Hochwertiges Tuch mit relativ hohem Gewicht und PVC-Tücher sind deutlich weniger anfällig. Es gibt auch Rollwände mit einer seitlichen Verspannung, die Welligkeiten vermeiden. In komplett eingerolltem Zustand sind die Leinwände vor Schmutz und Beschädigung geschützt.
Etwas bequemer als Rollleinwände mit Kurbeltrieb sind Motorleinwände. Hier besteht sogar die Möglichkeit einer Funksteuerung, bei der beim Einschalten des Projektors die Leinwand automatisch ausfährt. Ein wenig Luxus muss manchmal eben sein.

Formate

Projektionsleinwände für Beamer sind in den Seitenverhältnissen 4:3, 16:9 oder seltener 1:1 erhältlich. Auch wenn eine zunehmende Zahl der Filme und TV-Sendungen in 16:9 vorliegen, gibt es immer noch viele Anwendungen für das 4:3 Format. Da muss jeder Anwender seine persönliche Lösung wählen und Kompromisse eingehen. Gut sind bei 16:9 Leinwänden schwarze Maskierungen, die das Projektionsformat komplett umschließen und damit die Brillanz an den Rändern erhöhen. Manche 16:9 Leinwände besitzen nach oben einen schwarzen Vorlauf, damit die Projektionsfläche in der Höhe variabel eingestellt werden kann.

Leuchtdichtefaktor

10886577_sDer Leuchtdichtefaktor oder Gainfaktor kennzeichnet das Reflektionsverhalten einer Leinwand im Vergleich zu einer Fläche in Standardweiß. Je höher der Gainfaktor ist, desto gerichteter strahlt die Leinwand das Licht zurück. Aus einer mittigen Betrachtungsposition wirkt das Bild dann deutlich heller. Bei seitlichem Einblick wird das Bild dunkler. Ein Leuchtdichtefaktor von 1,5 bedeutet, dass eine bestimmte Bildwand in eine bestimmte Richtung 1,5-fach stärker reflektiert als eine Standard-Weiß-Fläche. Das Licht wird in diese Richtung sozusagen verstärkt.

Will man möglichst viele Betrachter mit einem guten Bild bedenken, sollte der Gain Faktor gering sein. Bei einer kleineren Zuschauermenge und etwas lichtschwächeren Projektoren kann der Leuchtdichtefaktor auch höher liegen, sollte aber den Wert 5 nicht überschreiten, da hier auch bei mittiger Betrachtungsposition die Ränder bereits deutlich dunkler sind.

Idealerweise sind es die diffus abstrahlenden Leinwände mit möglichst glatter Oberfläche, die im Heimkino die besten Ergebnisse erzielen. Hochwertige PVC-Tücher steigern die Farbqualität und Brillanz, sind jedoch auch teurer als andere Materialien. Leinwände mit metallischer Beschichtung strahlen sehr direkt zurück, verfälschen aber die Wiedergabe durch unschöne Nebeneffekte. Auch Glasperlwände haben einen sehr hohen Gainfaktor und sind eher für lichtschwache Beamer geeignet. Zudem haben sie sehr empfindliche Oberflächen und gelten bis auf die sehr teueren Exemplare als nicht besonders reinigungsfreundlich.